PSB-Assistenzhunde für psychische und psychosoziale Beeinträchtigungen

Assistenzhunde für PTBS, DIS, Autismus, ADHS und weitere psychosoziale Beeinträchtigungen

Ein PSB-Assistenzhund kann Menschen mit psychischen oder psychosozialen Beeinträchtigungen dabei unterstützen, ihren Alltag selbstbestimmter, sicherer und unabhängiger zu bewältigen.

Die individuell trainierten Assistenzaufgaben können beispielsweise bei komplexer PTBS, DIS, Borderline, Depressionen, Autismus-Spektrum-Störungen, ADHS oder anderen psychosozialen Beeinträchtigungen hilfreich sein.

Welche Aufgaben ein Assistenzhund übernimmt, richtet sich dabei nicht allein nach der Diagnose, sondern nach deinem persönlichen Unterstützungsbedarf und deinem Alltag.


Was ist ein PSB-Assistenzhund?

PSB steht für psychische und psychosoziale Beeinträchtigungen.

Ein PSB-Assistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Assistenzhund, der seinen Menschen durch individuell erlernte Aufgaben im Alltag unterstützt.

Dabei kann ein Assistenzhund beispielsweise:

  • bei Dissoziationen oder Flashbacks unterstützen
  • Sicherheit und Orientierung geben
  • auf bestimmte Verhaltensänderungen aufmerksam machen
  • dabei helfen, belastende Situationen zu verlassen
  • Distanz zu anderen Menschen herstellen
  • durch Menschenmengen führen
  • im Notfall Hilfe ermöglichen
  • Medikamente oder andere wichtige Gegenstände bringen
  • Türen öffnen oder Licht einschalten
  • zu einem sicheren Ort führen

Welche dieser Aufgaben tatsächlich sinnvoll sind, wird immer individuell betrachtet und trainiert.

Der Hund ersetzt dabei keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung. Er kann vielmehr eine zusätzliche Unterstützung im Alltag sein.


Assistenzhund bei psychischen Erkrankungen

Psychische Erkrankungen und psychosoziale Beeinträchtigungen können den Alltag auf sehr unterschiedliche Weise beeinflussen.

Ein individuell ausgebildeter Assistenzhund kann dort ansetzen, wo konkrete Unterstützung durch trainierte Assistenzaufgaben möglich ist.

PTBS-Assistenzhund

Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung können beispielsweise Aufgaben rund um Sicherheit, Orientierung und den Umgang mit belastenden Situationen sinnvoll sein.

Mögliche Assistenzaufgaben sind unter anderem:

Sicherheit & Orientierung

  • Distanz zu fremden Menschen herstellen
  • durch Menschenmengen führen
  • an unübersichtlichen Stellen vorausgehen
  • zu einem sicheren Sitzplatz oder Ausgang führen
  • Licht einschalten
  • Türen öffnen

Dissoziation & Flashbacks

  • Dissoziationen oder Flashbacks unterbrechen
  • durch zuvor vereinbarte Signale auf Veränderungen aufmerksam machen
  • Kontakt und Orientierung im Hier und Jetzt unterstützen
  • anschließend bei der Anwendung individuell erlernter Strategien unterstützen

Alltag & Selbstständigkeit

  • Medikamente oder andere Gegenstände bringen
  • das Handy bringen
  • im Notfall Unterstützung ermöglichen
  • den Menschen nach Hause, zum Auto oder zu einem vereinbarten sicheren Ort führen

Welche Aufgaben davon sinnvoll sind, hängt immer von der individuellen Situation ab.


Assistenzhund bei DIS und Dissoziationen

Auch bei einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) können individuell trainierte Assistenzaufgaben eine Unterstützung im Alltag darstellen.

Dabei kann beispielsweise an Aufgaben gearbeitet werden, die Orientierung und Sicherheit fördern oder bei Dissoziationen unterstützen.

Mögliche Aufgaben können – abhängig vom individuellen Bedarf – sein:

  • Dissoziationen anzeigen oder unterbrechen
  • Orientierung im Hier und Jetzt unterstützen
  • zu einem sicheren Ort führen
  • das Handy oder andere wichtige Gegenstände bringen
  • Hilfe holen bzw. eine vorher vereinbarte Notfallhandlung ausführen
  • den Menschen aus einer belastenden Situation herausführen

Welche Aufgaben geeignet sind, wird individuell und unter Berücksichtigung der persönlichen Situation entwickelt.


Autismus-Assistenzhund

Auch Menschen aus dem Autismus-Spektrum können von einem individuell ausgebildeten Assistenzhund profitieren.

Dabei stehen konkrete Assistenzaufgaben im Mittelpunkt, die den Menschen im Alltag unterstützen und mehr Sicherheit und Selbstständigkeit ermöglichen können.

Mögliche Aufgaben sind beispielsweise:

  • Sicherheit im Straßenverkehr unterstützen
  • Weglaufen bzw. das Entfernen aus vereinbarten Bereichen anzeigen
  • bei Reizüberflutung unterstützen
  • bestimmte Verhaltensweisen unterbrechen
  • in belastenden Situationen abschirmen
  • Hindernisse oder bestimmte Geräusche anzeigen
  • durch unübersichtliche oder hektische Situationen begleiten

Bei Kindern werden die Aufgaben und die Verantwortung für den Hund immer im Zusammenhang mit der gesamten Familie betrachtet.


Für wen ist ein PSB-Assistenzhund geeignet?

Ob ein PSB-Assistenzhund sinnvoll sein kann, lässt sich nicht allein anhand einer Diagnose beantworten.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Welche Schwierigkeiten bestehen im Alltag?
  • Welche konkreten Assistenzleistungen werden benötigt?
  • Können diese Aufgaben durch einen Hund sinnvoll übernommen werden?
  • Welche Voraussetzungen bestehen für Haltung, Versorgung und Ausbildung des Hundes?
  • Passt ein Assistenzhund zur persönlichen Lebenssituation?

Gemeinsam schauen wir deshalb nicht nur auf die Diagnose, sondern auf dich, deinen Alltag und deinen individuellen Unterstützungsbedarf.


Wie läuft die Ausbildung eines PSB-Assistenzhundes ab?

Eine Assistenzhundausbildung besteht nicht nur daraus, einzelne Aufgaben zu trainieren.

Der Hund muss zunächst über ein zuverlässiges Grundverhalten verfügen und lernen, sich auch in unterschiedlichen Alltagssituationen angemessen zu verhalten.

Darauf aufbauend werden die individuellen Assistenzaufgaben ausgewählt und trainiert.

Der genaue Ausbildungsweg hängt unter anderem davon ab,

  • ob dein Hund bereits bei dir lebt,
  • welche Voraussetzungen er mitbringt,
  • welche Assistenzaufgaben benötigt werden und
  • wie dein persönlicher Alltag aussieht.

Häufige Fragen zum PSB-Assistenzhund

Was ist ein PSB-Assistenzhund?

Ein PSB-Assistenzhund unterstützt Menschen mit psychischen oder psychosozialen Beeinträchtigungen durch individuell trainierte Assistenzaufgaben im Alltag.

Bei welchen psychischen Erkrankungen kann ein Assistenzhund unterstützen?

Mögliche Einsatzbereiche können unter anderem PTBS, DIS, Borderline, Depressionen, Autismus-Spektrum-Störungen und ADHS sein. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Diagnose, sondern der individuelle Unterstützungsbedarf.

Kann ein Assistenzhund bei PTBS helfen?

Ja. Bei PTBS können beispielsweise Aufgaben rund um Sicherheit, Orientierung, Dissoziationen, Flashbacks oder das Verlassen belastender Situationen trainiert werden.

Kann ein Assistenzhund bei Dissoziationen unterstützen?

Ja. Abhängig von der individuellen Situation können beispielsweise Aufgaben zum Anzeigen oder Unterbrechen von Dissoziationen sowie zur Orientierung und Sicherheit trainiert werden.

Kann ich meinen eigenen Hund zum PSB-Assistenzhund ausbilden?

Eine begleitete Selbstausbildung mit dem eigenen Hund kann möglich sein. Ob dein Hund dafür geeignet ist, sollte individuell beurteilt werden.

Wie finde ich heraus, welche Assistenzaufgaben für mich sinnvoll sind?

Das lässt sich am besten anhand deiner persönlichen Situation und deines konkreten Unterstützungsbedarfs betrachten. Gemeinsam können wir herausarbeiten, welche Aufgaben im Alltag tatsächlich hilfreich und sinnvoll trainierbar sind.


Dein Weg zum PSB-Assistenzhund

Du möchtest herausfinden, ob ein PSB-Assistenzhund zu deiner Situation passen könnte?

Dann lass uns gemeinsam schauen, welche Unterstützung du im Alltag brauchst und welche Möglichkeiten ein Assistenzhund dir bieten kann.

Oder du möchtest deinen eigenen Hund zum Assistenzhund ausbilden und dabei fachlich begleitet werden?